Airbrush – Die kreative Königsdisziplin des Lackierens

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Wie funktioniert eigentlich die Airbrush-Technik und welches Equipment benötigen Sie, um wirklich beeindruckende Ergebnisse zu erzielen? Hier gehen wir auf diese und noch weitere Fragen ein und nehmen Sie mit auf eine Reise in die faszinierende Welt des Airbrush.

Airbrush
Quelle: Sebastian Schunder

Woher stammt das Wort „Airbrush“

Das Wort „Airbrush“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Air“ ( Luft ) und „Brush“ ( Bürste ) zusammen. Es wurde im späten 19. Jahrhundert von dem amerikanischen Künstler und Erfinder Charles L. Burdick geprägt, um seine neu entwickelte Spritzpistole zu beschreiben. Die Airbrush-Technik wurde ursprünglich zur Fertigung von Fotogravuren und zur Retusche von Fotos in der Druckindustrie eingesetzt.

In den folgenden Jahrzehnten wurde sie jedoch auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel in der Kunst und in der Automobilindustrie, immer beliebter.

Was ist darunter zu verstehen

Unter Airbrush versteht man eine spezielle Maltechnik, bei der mit Hilfe einer druckluftbetriebenen Sprühpistole Farbe oder Tinte auf eine Oberfläche aufgetragen wird. Die Spritzpistole arbeitet dabei mit Druckluft, die durch eine Düse geleitet wird und so einen sehr feinen Sprühstrahl erzeugt. Durch die präzise Steuerung der Luft- und Farbmenge können sehr genaue Schattierungen und Farbverläufe erzielt werden. Daher wird diese Technik heute in vielen kreativen Bereichen eingesetzt.

Wofür wird Airbrush verwendet

Diese wird für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt. Von der Kunst bis hin zur Industrie und der Kosmetik. Aufgrund ihrer feinen Zerstäubung und ihres dadurch geringeren Luft- und Materialverbrauchs im Vergleich zu herkömmlichen Spritzpistolen, erfreut sich diese Lackiertechnik immer größerer Beliebtheit in vielen kreativen Bereichen. Die Genauigkeit mit der Farbverläufe und Schattierungen erzielt werden können, macht sie für viele Künstler und Designer zur bevorzugten Maltechnik. Zudem ermöglicht sie es, auch schwierige Oberflächen wie zum Beispiel Stoffe oder Leder gleichmäßig zu besprühen, was mit herkömmlichen Methoden oft schwierig oder gar unmöglich ist.

Airbrushpistolen

Quelle: Pixabay

Was kann man mit Airbrush alles machen

Es lassen sich mithilfe dieses Werkzeugs enorm viele Ideen und Projekte auf kreativste Weise umsetzen. Da diese kleine Spritzpistole es ermöglicht, sehr feine Fahrverläufe und Schattierungen zu erzeugen, gibt es enorm viele Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzgebiete, die mit anderen Techniken überhaupt nicht oder nur sehr schwer möglich sind.

Für beispielsweise das Abbilden eines gleichmäßigen Farbverlaufs von einem Farbton in den anderen, ist in der Malerei mit Pinsel auf Leinwand, durchaus etwas Erfahrung erforderlich. Im Gegensatz dazu lässt sich mithilfe einer Airbrush-Pistole der gleiche Farbverlauf schnell und einfacher erzielen.

Auch der Wechsel von Farbverläufen und weichen Übergängen zu schmalen, dünnen Linien und kleinen Punkten kann allein durch das Verringern des Abstands beeinflusst und verändert werden.

Die Verschiedensten Branchen und Bereiche in denen Airbrush zum Einsatz kommt, sind in diesem Artikel aufgelistet und näher beschrieben!Einsatzgebiete von Airbrush

Was für Farben braucht man für Airbrush

Acryl-Wasser-Basis-Farben

Meistens werden für die Airbrush-Technik spezielle und ungiftige Airbrush-Farben auf Acryl-Wasser-Basis verwendet. Acrylfarben trocknen zwar wasserfest. Müssen aber um kratzfest zu werden mit einem Klarlack überzogen werden. Dieser schützt aber auch zugleich die Pigmente vor der schädigenden UV-Strahlung

Lösungsmittelhaltige Airbrush Farben

Neben den Acrylfarben gibt es auch lösungsmittelhaltige Farben. Diese sind jedoch gesundheitsgefährdend und sollten nicht ohne geeigneter Schutzausrüstung wie Atemschutz, einer Schutzbrille und Schutzhandschuhe verwendet werden. Ebenso sollte hierbei darauf geachtet werden diese auch nicht in schlecht belüfteten oder geschlossenen Räumen zu verwenden ohne den Gebrauch einer speziell dafür geeigneten Absauganlage.

Sonstige Airbrush Farben

Je nach Verwendungszweck müssen spezielle Farben verarbeitet werden. So gibt es neben den bereits genannten gängigeren Arten auch dermatologisch getestete Farben, für ein problemloses Auftragen und Entfernen auf der Haut. Aber auch Lebensmittelfarben für die Anwendung im Lebensmittelbereich. Des weiteren gibt es spezielle Farben für Textilien und Leder welche dementsprechend waschmaschinentauglich sind.

Wie Airbrushe ich richtig

Gefühl und Funktionsweise

Zunächst ist es immer sinnvoll sich ein wenig warm-/ein zu sprühen. Um anfangs wieder ein Gefühl zu entwickeln und sich an die sensiblen Hebel zu gewöhnen. Selbst Profis stürzen sich nicht sofort an ihr aktuelles Projekt. Sondern sprühen sich meist für einen kurzen Moment warm und überprüfen währenddessen zugleich die Einstellungen und die korrekte Funktionsweise der Pistole und des Materials.

Einstellungen

Natürlich variieren die benötigten Grundeinstellungen sehr stark. So verändert sich zum Beispiel der Abstand zwischen Airbrushpistole und Leinwand (u. Ä.) und wird umso kleiner je detailreicher das Bild werden soll. Und umso detailreicher das Bild ,desto kleiner ist die Fläche bzw. der Bereich an dem man arbeitet. Und dies hat wiederum den Bedarf einer niedrigeren Viskosität ( dünnflüssiger ) des Materials und einen niedrigeren Luftdruck zur Folge als bei einer Anwendung mit größerem Abstand auf folglich größerer Fläche. Deshalb sollte man je nach Vorhaben und Größe die Einstellungen immer angepassen.

Schutzkappe

Beim Arbeiten an Details sollte die Schutzkappe entfernt werden, um in regelmäßigen Abständen die Nadelspitze auf Farbanhäufungen hin zu überprüfen und falls vorhanden, diese schnell und bequem entfernen zu können. Um hierbei ein unerwünschtes „Spucken“ zu verhindern!

Kanten und Schattierungen

Nachdem man die geeigneten Einstellungen für sich gefunden hat und mit etwas Übung auch allmählig ein Gefühl für die feinmotorische Handhabung besitzt, sollte man sich als nächstes darin versuchen weiche bis scharfe Kanten für z.B. Schattierungen zu erzeugen. Dies gelingt am besten mit Maskierungen in Form von Schablonen oder Klebebändern.

Schablonen und Maskierungen

Maskierungen auf zu bringen dient dem Zweck Bereiche vor Farbnebel zu schützen und zu bedecken. Folglich damit scharfe oder auch weniger scharfe Kanten entstehen, die dann den Eindruck von verschiedenen Schatten bewirken, welche in der richtigen Anordnung und im idealen Verhältnis, eine Darstellung eines dreidimensionalen Objektes entstehen lassen.

Ebenen

Auch beim Airbrush kann wie bei vielen anderen Techniken der Kunst durch aufeinanderfolgenden Ebenen, Bilder erschaffen werden. Es kann hierbei größtenteils sogar ganz auf sehr scharfe Kanten verzichtet werden, weshalb je nach darzustellender Abbildung Maskierungen auch nicht zwingend benötigt werden. Und man dadurch etwas komplett freihändiges entstehen lassen kann. Hierzu bedarf es zwar etwas an Wissen und Routine im Umgang mit dem Material und dem Werkzeug, doch mit ein wenig Übung ist auch diese Art des Airbrushens schnell erlernbar.

Hierzu ein passendes Beispiel in diesem kurzen Video:

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Quelle: Youtube/Sebastian Schunder

Zusammenfassung:

  • warmsprühen um Gefühl zu entwickeln und korrekte Funktionsweise prüfen
  • geeignete Einstellungen ermitteln und anpassen (Viskosität u. Luftdruck)
  • bei Detailarbeiten Schutzkappe entfernen um „Spucken“ zu verhindern
  • weiche bis scharfe Kanten mithilfe von Maskierungen erzeugen
  • Darstellen mithilfe aufeinanderfolgende Ebenen

Kann man mit Airbrush lackieren

Das Lackieren im herkömmlichen Sinne ist mit einer Airbrushpistole nicht möglich.

Zwar ist es möglich, kleinere Flächen einheitlich mit einem Farbton zu besprühen, allerdings stößt man bei größeren Flächen in diesem Zusammenhang, aufgrund des verminderten Luftdrucks und der sehr kleinen Düse schnell an Grenzen.

Die Airbrushpistole ist zwar im Grunde eine kleine Lackierpistole. Doch der Gebrauch für Zweikomponentenmaterial ist nicht zu empfehlen. Dieses müsste man hierfür sehr stark verdünnen um eine derart feine Zerstäubung zu ermöglichen.

Was zur folge hat, dass das Material womöglich nicht mehr die erforderlichen Eigenschaften besitzt wie:

  • keine ausreichende Deckkraft für den benötigten oder gewünschten Farbton
  • weitaus dünnere Lackschicht ( verringern von Glanzgrad, UV-Schutz, Schutz bei Kratzer u. Steinschlägen, Polierbarkeit )

Bei der Verwendung von modernen Basislacken von Zweischichtlackierungen ( Basislack + Klarlack ) wie aus der Automobilindustrie, kann es bei häufiger Anwendung, zusätzlich zu einer Abnutzung der Farbnadel und der Düse der Pistole kommen. Durch die im Basislack (Effektlack) enthaltenden Alublättchen, kommt es zu einem Abrieb und infolgedessen zu einem frühzeitigem Verschleiß von Nadel und Düse.

Darüber hinaus ist es aufgrund von Faktoren wie Zeit- und Materialeffizienz sowie ungleichmäßiger Farbauftragung nahezu sinnlos, eine größere Fläche wie beispielsweise ein ganzes Bauteil eines Fahrzeugs mit einer derart kleinen Spritzdüse zu lackieren.

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